Eines Tages, als ich mich wieder einmal durch meine zahllosen Zuschriften in den bekannten BDSM-Communities wühlte, fiel mir eine Nachricht ganz besonders ins Auge. Es handelte sich um eine Anfrage für eine BDSM-Veranstaltung in Karlsruhe, die von einem Dom und einer Domina ausgerichtet wird und wozu noch Femdoms gesucht werden – „Day of Slaves“ – Hmh, der Name sagte mir persönlich überhaupt nichts.

Neugierig, wie ich nun einmal bin, habe ich das Profil des Veranstalters, auf dem ich auch das ausgeschriebene Event fand, genauer unter die Lupe genommen. Es schien die dritte Auflage zu sein und die Bilder der Location sahen sehr vielversprechend aus. Für die Party konnte man sich auch nicht ohne Weiteres anmelden, sondern musste sich bewerben. Schien also ein auserwählter Kreis zu sein…

Bewerben konnte man sich für die folgenden Kategorien: Sklave/Sklavin, Zofe und Ficker. Was sind den bitte „Ficker“ im SM-Kontext? Na ja, das sollte ich bald herausfinden. Eine erste Vermutung lag ja angesichts der nicht gerade zweideutigen Bezeichnung auf der Hand! Die Gesamtzahl der Teilnehmer war auf ca. 15 bis 20 Personen begrenzt. Fahrtkosten sowie Kost und Logis wollten die Veranstalter übernehmen. Karlsruhe ist von mir aus ja auch nicht gerade um die Ecke. Ich war hin- und hergerissen. Einerseits war ich neugierig auf das Event, andererseits war ich skeptisch. Schließlich hatte mich bisher noch niemand für so eine Veranstaltung angeschrieben. Um eine Entscheidung treffen zu können, benötigte ich mehr Informationen, weshalb ich auf die Anfrage antwortete.

Adam, der männliche Part, beantwortet umgehend alle meine Fragen und erklärte mir kurz den Ablauf. Geplant ist, dass die ca. 16 devoten Teilnehmer von insgesamt vier Doms und Dominas bespielt werden. Natürlich nicht alle auf einmal. Die Bottoms haben sich zu gedulden, bis sie benutzt werden. Hört sich vernünftig an. Alleine die Vorstellung daran, vier Subs gleichzeitig zu dominieren, die man dazu kaum kennt, wäre echt eine Herausforderung gewesen oder vielmehr meine persönliche Überforderung.

Am Tag des Events soll außerdem, ein paar Stunden vor der Eröffnung, ein Meeting unter den Doms stattfinden. Darin wird ein grober Ablauf festgelegt und man bekommt Einsicht in die Neigungsbögen der Teilnehmer. Alles in allem klang das nach einer sehr interessanten Erfahrung. Adam konnte mir auch den Begriff „Ficker“ genauer erläutern. Im Prinzip sind diese nichts anderes als Lustsklaven, die dem dominanten Part als Ficker, Lecker oder Besorger dienen. Kurz gesagt: Männer die auf unseren Befehl hin Sex haben.

Da ich solche Entscheidungen grundsätzlich nicht alleine treffe, habe ich mich noch mit meinem Mann und meinem Freund beratschlagt. Beide fanden die Anfrage zwar etwas skurril, aber dennoch seriös genug, um es zumindest zu probieren, weshalb ich auch letzten Endes zusagte. Die Party wird nächstes Wochenende stattfinden.

Obwohl ich nicht weiß, welche Leute mich erwarten – meine Spielpartner könnten mir optisch, körperlich oder von ihrer Art her widerstreben – lasse ich mich auf das Abenteuer ein. Wie es mir bei dem Event ergangen ist, ob es meine Erwartungen erfüllt hat oder letztlich doch ein Flop war, erfahrt ihr in einem meiner nächsten Blogbeiträge.