Es ist ein sonniger Samstag im April. Draußen hat es fast 30 Grad und ich packe gerade meine Tasche für heute Abend. Flogger, Klammern, Kondome, Schnur… hm, vielleicht noch ein Seil. Platz hätte ich noch genügend in meiner Handtasche dafür. Was ich vor habe? Heute Abend werden mein Sub und ich das erste Mal auf eine CFMN (clothed female naked men) Party gehen. Was das ist? Eine BDSM-Party, auf der Männer ausschließlich nackt herumlaufen und die Frauen bekleidet sind.

Die Adresse der Location habe ich bereits vor ein paar Tagen von der Veranstalterin per E-Mail erhalten. Das unscheinbare Gebäude liegt in einem Industriegebiet am Rande von München und ist mit dem Auto gut zu erreichen. Lady Triskelia kenne ich bereits von anderen Events. Sie organisiert mit Ihren fleißigen Helfern verschiedene Partys, Stammtische, einen Femdom-Brunch und das Salongeflüster. Sie ist ein sehr angenehmer und herzlicher Mensch, der mit vollem Herzen hinter dem steht, was sie tut.

Dresscode, Ablauf des Abends und die Regeln hatte ich ebenfalls per E-Mail vorab erhalten. Da alle Männer nackt sein werden und maximal mit Halsband, KG, Harnessen oder Fesseln bekleidet sind, vermute ich, dass es wohl wollig warm werden wird. Aus diesem Grund entscheide ich mich für ein dünnes, schwarzes Spitzenkleid, schwarze halterlose Strümpfe, eine Unterbrustkorsage und hohe Schuhe.

Mein Sub wird heute nur mit Halsband und Schuhen ausgestattet sein. Apropos Schuhe. Nicht einfach was zu finden, was zu „nackt“ passt. Flipflops und Turnschuhe sind für den Abend verboten, weswegen ich mich für schwarze Espadrilles entscheiden. Das sind diese Stoffschuhe mit den Strohsohlen. Ich finde die passen ganz gut zum Motto. Naturfarbene wären mir natürlich am Liebsten gewesen, hatte er aber nicht. Alternativ hätte ich ihn auch barfuß losschicken können, aber man weiß ja nie, was an so einem Abend alles auf dem Boden herumliegt. Mal sehen, was die anderen Männer tragen werden.

Auf der Fahrt zur CFMN-Party bringe ich meinem Sub noch einmal die Regeln für den heutigen Abend etwas näher. Ein paar der insgesamt elf Regeln besagen, dass er mir den ganzen Abend Essen und Getränke reichen muss, selbst keinen Stuhl oder irgendein Sitzmöbel nutzen darf und vom Sklavenbuffet zu essen hat. Das Machtgefälle ist ebenfalls fix in den Regeln definiert – Femdom und Malesub.

An der Location angekommen, klingle ich an der Eingangstür und werde direkt von Lady Triskelia, die uns die Tür öffnet, begrüßt. Der Blick nach innen ist von einem schwarzen Vorhang versperrt. Dahinter befinden sich die Umkleidekabinen, die Garderobe und eine kleine Lounge. Wir warten kurz bis eine der Umkleidekabine frei wird und ich ziehe mich um. Natürlich lasse ich mir von meinem Sub die Korsage schnüren. Er selbst hatte sich inzwischen zu entkleiden und seine Schuhe anzuziehen. Dann lege ich ihm sein Halsband an und schicke ihn zur Garderobe, an der uns heute ebenfalls nackte Männer bedienen, um unsere Sachen abzugeben.

Bevor wir den Hauptraum der Location betreten, fülle ich noch kurz seinen Neigungsbogen aus und hänge ihm diesen um den Hals. Lady Triskelia verpasst ihm mit zwei großen Stempeln eine Nummer, direkt auf die Brust. Endlich Partyfertig gehen wir durch eine weitere Tür, einen schmalen Gang entlang, direkt durch zur Bar, wo bereits Freunde von mir und die anderen Gäste warten.

Viele der Männer tragen Cockringe, Lederharnesse oder Hand-und Fußfesseln. Nur wenige sind bis auf ihr Halsband komplett nackt. Und Schuhe. Naja, da habe ich mir im Vorfeld echt viel zu viele Gedanken gemacht. Von Motoradschuhen, über High Heels und Sandalen bis hin zu Mokassins war alles dabei. Die Kleidung der Ladies ist sehr vielfältig. Lack, Leder, Latex, High Heels, Stiefel, kurze Kleidchen, lange Röcke und Korsagen. Ein hübscher Anblick.

Pünktlich um 21:00 Uhr geht es los. Lady Triskelia begrüßt uns alle und erklärt noch einmal kurz den Ablauf. Dann schickt sie unsere Männer in Begleitung eines ihrer Helfer in den Keller. Wir Frauen vergnügen uns und plaudern derweil alleine im Barbereich. Anfangs etwas irritiert, da ich mit dieser Trennung nicht gerechnet hatte, setze ich mich zu einer Freundin und beginne mit ihr zu plaudern.

Kurze Zeit später ergreift Lady Triskelia wieder das Wort und klärt uns darüber auf, was jetzt kommen wird. Unsere Subs bekommen zeitgleich im Untergeschoss Augenbinden und werden in wenigen Minuten Hand in Hand zurück in den Raum geführt. Dort werden sie in einem Kreis aufgestellt, Gesicht nach außen, damit wir sie begutachten können. Als alle Subs in Reih und Glied stehen (manche Männer nahmen das wohl zu wörtlich…) ziehen wir los um sie zu begutachten. Wir streichen mit unseren Händen, Gerten, Fingernägeln und Handschuhe über deren Brust, Schulter, Bauch, Oberschenkel. Lesen die Neigungsbögen, die jeder um den Hals trägt. Bei manchen greifen wir zwischen die Beine und massieren Schwanz und Eier.

Nach dem ich selbst alle Männer durch habe, begebe ich mich in die Nähe meines Subs, um ihn zu beobachten. Ich selbst habe keine Lust mehr die Männer der anderen zu begrabschen und pendle eine Zeit lang zwischen meinem Sub und der Bar. Allmählich könnte dieses Begrüßungsspiel enden, ich wollte ja schließlich spielen. Etwas genervt beobachte ich die anderen Ladies, die größtenteils ebenfalls direkt bei ihrem Sub oder in unmittelbarer Nähe stehen.

Plötzlich höre ich, wie zwei der Damen willkürlich einen Mann nach dem anderen aus dem Kreis holen, ihm befehlen sich umzudrehen und den Arsch herauszustrecken. Vorzugsweise wählen sie junge oder gutaussehende Männer aus. Danach folgen Schläge mit dem Paddel. Die Anzahl und Intensität scheint von Mann zu Mann zu variieren. Mir persönlich geht das jetzt zu weit. Wieso soll ich meinen Sub von wild fremden Doms bespielen lassen, die nicht einmal vorher die Lady fragen, ob das für sie in Ordnung ist. Mit Anfassen war ich noch einverstanden, aber spielen ohne vorherige Absprache geht für mich gar nicht.

Darum greife ich mir meinen Sub und führe ihn, mit noch verbundenen Augen, zu einem Ledersofa, wo ich ihn vor mir auf dem Boden platziere. Scheinbar empfanden einige der anderen Frauen ebenso wie ich. Den nach und nach holt nun jede Lady ihren Sub aus dem Kreis, nimmt die Augenbinde ab und das Spiel auf der Party kann nun offiziell beginnen…