Dominance & Submission

Heute möchte ich euch von meinen Erfahrungen und Eindrücken meines ersten Femdom-Workshops erzählen, den ich knapp acht Jahre nach meinen ersten realen SM-Erfahrungen besucht habe.

Warum ich diesen Workshop gemacht habe? Zum einen bin ich von Natur aus ein wissbegieriger Mensch, zum anderen aus reiner Lust und Neugierde. Klar kann man sich vieles selbst beibringen, in der jeweiligen Fachliteratur nachlesen oder googeln. Aber das vorhandene Wissen durch andere Denkansätze und Praktiken zu ergänzen, in einer kleinen Gruppe mit gleichgesinnten Frauen zu üben und zu diskutieren, ist für mich viel spannender, als stundenlang Bücher zu wälzen und Videos anzusehen

Treffpunkt war Samstagmorgen, 10:00 Uhr, an der Location. Der Sklave von Lady Desire, die das Seminar leitete, erwartete uns bereits, nahm unser Gepäck und führte uns in die Räumlichkeiten. Der erste Eindruck war gigantisch. Das Studio erstreckte sich auf zwei Etagen. Durch einen Vorhang gelangte man über eine ausladende Holztreppe hinunter in den Loungebereich. Ein angenehmer, aber nicht zu dominanter Duft nach Räucherstäbchen sowie die vielen warmen Lichter, die Kerzen und die gemütlichen Sessel an den Seiten des Raumes schafften eine Wohlfühl-Atmosphäre im Barockstil.

Wir waren eine kleine Gruppe von 4 Damen im Alter zwischen 33 und 45 Jahren mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen und Beweggründen. Die eine lebt polyamor, die andere hatte an diesem Tag  ihren 22. Hochzeitstag und den Workshop von Ihrem Mann geschenkt bekommen, die dritte hat eine Leidenschaft für Bondage und dazu gesellte ich mich, die mit mehr als nur einem Mann spielt. Von der Anfängerin ohne praktische Erfahrung bis hin zur routinierten Spielerin war also alles vertreten.

Nach einem kurzen Plausch zeigte uns Lady Desire ihr Reich. Über eine Wendeltreppe gelangten wir in die obere Etage, wo sich unter anderem das Spielzimmer mit Strafbock, Kreuz und Thron sowie ein Klinikraum befanden. Zurück in der Lounge machten wir es uns in einer Sitzecke gemütlich und starteten mit dem Theorieteil. Der Praxisteil, zu dem man auch sein eigenes Übungsobjekt mitbringen durfte, war erst für den späten Nachmittag geplant.

Schwerpunkt  dieses Workshops waren die Grundlagen der weiblichen Dominanz. Wir hörten und erfuhren einiges über das Auftreten und das Verhalten einer dominanten Lady, die Verantwortung gegenüber ihrem Sklaven, Sklavenerziehung allgemein sowie Spielarten und Safetycodes.

Während des Seminars habe ich auch meine Leidenschaft für Dirty Talk entdeckt. Ich finde, damit lebt oder fällt eine Session. Es ist zwar nicht ganz einfach, erfordert etwas Übung und ein gutes Gefühl für die jeweiligen Reizwörter eines Subs, aber man kann damit eine richtig geile Stimmung schaffen. Die meisten männlichen Leser unter euch können dies sicher bestätigen, oder? Euer Schwanz steht doch bestimmt senkrecht zur Decke, wenn euch eure Herrin versaute Worte ins Ohr haucht oder euch verbal demütigt. Habe ich recht?

Für den Praxisteil am Nachmittag verwandelten wir uns auch optisch in die Domina, die strenge Herrin oder den sexy Vamp. Jede ganz nach ihren Vorlieben. Die Übungsobjekte waren dabei nur Mittel zum Zweck. Sie mussten uns bedienen und standen für praktische Übungen wie zum Beispiel Nippelfolter, Trampling, Sinnesentzug oder das Erlernen von Sklavenhaltung bereit. Wenn wir sie gerade nicht benötigten, wurden sie im Nebenraum abgelegt und warteten dort auf weitere Befehle.

Obwohl ich gestehen muss, dass ich, trotz ausreichend Pausen, nach 12 Stunden Workshop körperlich wie auch geistig fertig war, hat es mir echt riesigen Spaß gemacht. Die Gruppe war sehr angenehm und harmonisch. Ich persönlich konnte einiges aus dem Seminar mitnehmen und war vom Ablauf, Inhalt und Organisation total positiv überrascht.

Falls ihr euch nun fragt „Und wo finde ich denn so einen Workshop?“, sucht einfach im Internet danach. In der Regel gibt es diese in jeder größeren Stadt, wie beispielsweise Berlin, Hamburg, Stuttgart oder Graz. Wenn ihr dennoch Hilfe bei der Suche benötigt, könnt ihr mich auch gerne anschreiben und ich unterstütze euch dabei.