Beruflich werde ich oftmals mit altklugen Sprüchen konfrontiert, die Top-Manager, Geschäftsinhaber oder Vorstände von sich geben. Doch verinnerlichen die Menschen auch das, was sie sagen und hören? Meint man heutzutage noch das, was man sagt oder gibt man nur leere Worthülsen von sich, um überhaupt etwas zu sagen? Und wie geht es dem Zuhörer? Denkt er über das Gesagte nach oder geht’s in einem Ohr rein und dem anderen wieder raus?

In meiner Kolumne „Wer hat´s gesagt?“ möchte ich mich mit Zitaten berühmter Persönlichkeiten auseinandersetzen und erörtern, was sie für mich persönlich im SM-Kontext bedeuten. Sicher nicht immer im ursprünglichen Interesse des Zitatgebers, aber zum Glück ist die Interpretationsfreiheit auf meiner Seite.

Beginnen wir heute mit einem meiner Lieblings-Zitatgeber, dem wir in den folgenden Beiträgen noch öfter über den Weg laufen werden. Wer er/sie ist, wird erst am Ende dieses Beitrages verraten. Betrügt nicht, indem ihr das Zitat sofort googelt oder nach unten scrollt. Lasst euch überraschen, meine Lieben!

Zitat: „Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle.“

Wer von euch erinnert sich an das Gefühl, als er das letzte Mal nervös vor dem Spiegel stand, um einen letzten Blick auf sich zu werfen. Sitzt die Kleidung? Haare gestylt? Deo nicht vergessen? Im Kopf drehen sich die Gedanken um all die Nachrichten, welche man sich in den einschlägigen SM-Foren oder im Messenger geschrieben hat. Wird man den Erwartungen seiner Online-Bekanntschaft gerecht? Und welche Erwartungen hat man selbst an seinen Gegenüber?

Ich habe schon einige Online-Bekanntschaften gemacht und nach mehreren Nachrichten auch den Mut gefasst, mich mit ihnen zu treffen. Anfang 20 war ich damit noch sehr vorsichtig, fast schüchtern. Doch mittlerweile, Anfang 30, bevorzuge ich es, erst gar nicht so viele Nachrichten zu schreiben, sondern sich besser gleich in einem Café zu treffen. Es ist für mich dabei jedes Mal ein kleiner, aber mächtiger Nervenkitzel, nicht zu wissen, wer gleich vor mir auftauchen wird. Online kann man sich ohne weiteres gut verstehen, insofern man über ein Mindestmaß an Etikette und Sozialkompetenz verfügt. Real sieht das schon ganz anders aus.

Worauf achte ich, wenn ich eine Online-Bekanntschaft zum ersten Mal treffe? Ich könnte jetzt lügen und euch erzählen, es käme auf den Hintergrund der Gespräche an. Ob man sich in den Nachrichten nur freundschaftlich oder intimer ausgetauscht hat. Ganz ehrlich: Blödsinn! Wenn ich mich mit einem Mann treffe, den ich über ein SM-Portal kennen gelernt habe, achte ich bewusst oder unbewusst auf Folgendes:

Ist er groß? Klein? Trägt er Bart? Brille? Wie duftet er? Ist er schüchtern? Sportlich oder gemütlich? Macht er einen auf Macho? Spielt er den Gentleman? Fällt es ihm leicht zu plaudern oder redet er sehr einsilbig? Die zwei für mich wichtigsten Punkte sind jedoch: Kann man sich mit ihm gut unterhalten und hat er Humor? Es ist jedes Mal ein kleiner Überraschungsmoment für mich, wenn er dann plötzlich vor mir steht. Sofort schalte ich um und denke: „Was meinst du, Julie… er auf Knien vor dir! Wie wäre das?“ Und ganz klar frage ich mich auch: „Wie küsst er?“

Leider gibt es kein Patentrezept, um im Vorfeld heraus zu finden, ob die Chemie stimmt oder nicht. Ach was habe ich mich in Männer vernarrt, mit denen ich wundervoll schreiben konnte und real fühlte ich mich in deren Gegenwart dann einfach nur noch furchtbar oder merkte sofort, es passt einfach nicht. Auch wenn es dann sehr enttäuschend ist, sich danach nicht wieder zu sehen, möchte ich es niemals missen, auf diesem Wege neue Bekanntschaften und Freundschaften zu schließen. Das Geheimnisvolle, den anderen kennen zu lernen und zu entdecken ist wie ein heißes Prickeln in mir. Ich liebe Blind-Dates, egal ob schlussendlich für eine platonische oder sexuelle Beziehung.

Und wer hat ihn nun gesagt, diesen wundervollen Satz? Sein Name lautet Albert Einstein. Kluger Mann!

(erstellt von Julie)