„Liebe Göttinnen, Gebieterinnen und herrliche Frauen, 

wir wollen mit euch zusammen die Großartigkeit und Überlegenheit der Frau feiern und laden euch ein zu unserer FemDom Party unter dem Motto „Dark Goddess Delight“…“

Fasziniert lese ich die ersten Worte der Einladung und bin gespannt, was folgen wird. Geplant ist eine kleine, private Playparty im Herzen Wiens. Die beiden Gastgeberinnen haben sich dafür einige hübsche Spielchen sowie ein Rahmenprogramm ausgedacht. Sogar bei der Partnerwahl für dieses Event werden die Gastladies im Vorfeld tatkräftig unterstützt. Bei einem eigens dafür organisiertem „Sklavencasting“ können die anwesenden Damen aus einem Pool von 15 potenziellen Untergebenen nach Herzenslust auswählen. Selbstverständlich kann das Spielobjekt auch vor Ort getestet werden. Wer kauft schon gerne die Katze im Sack?

Mein Spieltrieb ist geweckt. Nachdem der Termin für die Party in meinem Kalender noch frei ist, melde ich mich prompt an. Natürlich lasse ich mir auch das Casting, welches ein paar Monate vor der Party stattfindet, nicht entgehen. Von diesem möchte ich euch heute erzählen… 

Wien an einem sehr kalten Mittwochabend im Jänner. Im kurzen Schwarzen und auf Lack-High-Heels stehe ich vor einer sehr unscheinbaren Außenfassade eines hohen Gebäudes in der Innenstadt. Es ist kurz vor sieben und ich warte auf meine Freundin Lisa, mit der ich gemeinsam das Sklavencasting besuchen werde. 

Mir ist kalt. Mein langer schwarzer Mantel und meine Schuhe sind für diese Temperaturen eindeutig nicht geeignet. Meine große schwarze Handtasche, in der ich ein paar Utensilien wie Klammern, Nadelrad, Flogger und Gerte verstaut habe, steht am Boden neben mir. Meine Hände sind eiskalt. Durch ein ständiges auf und ab bewegen meiner Füßen versuche ich mich warm zu halten. 

Die Kirchturmuhr beginnt zur vollen Stunde zu schlagen, als direkt vor mir ein Taxi hält. Die Türe öffnet sich. Aus meinem Blickwinkel kann ich zuerst nur schwarze Lederstiefel sehen, die aus dem Auto steigen. Es ist Lisa. Pünktlich auf die Minute. Wir begrüßen uns und gehen zielstrebig zum Eingang der Location.

Ich drücke die Klingel und kurze Zeit später gelangen wir über eine Treppe hinab in einen Gewölbekeller. Am Ende der Treppe begrüßen uns Asmin und Najade, die beiden Gastgeberinnen. Ein Sklave nimmt uns die Mäntel ab und wir starten eine Erkundungstour durch die Location. Hier ist wirklich alles vorhanden! Gleich hinter der Treppe erstreckt sich die Bar, an der uns ein Glas Sekt überreicht wird. Direkt daneben ist ein Halbkreis mit Sofas und Sesseln aufgebaut. Hier wird die Vorstellung der Sklaven stattfinden. Da wir eine der ersten Gäste sind, sichern wir uns ein paar gute Plätze, stellen unsere Handtaschen ab und streifen weiter durch den Raum. 

Am linken hinteren Ende des rechteckigen Raumes geht es weiter in einen Nebenraum. Dieser ist mit einer Gefängniszelle ausgestattet und bietet sogar genügend Platz für ein Verhör. Ein Blick in den Raum zaubert uns ein fieses Lächeln auf die Gesichter. Die Sklaven sind bereits anwesend und werden dort „gelagert“. Jeder von ihnen ist in ein Bettlaken gehüllt, das mit einem Seil gesichert ist. An jedem Sklaven hängt ein, mit einer Sicherheitsnadel am Laken befestigtes Schild auf dem eine Nummer geschrieben steht. Wir können nur die Füße erkennen, nicht aber die Körper und Gesichter. Der Überraschungseffekt ist somit mehr als gegeben. 

Zurück an der Bar entdecken wir einen weiteren Raum, der durch eine Glasscheibe von uns getrennt ist. Darin befindet sich der Nassbereich. Duschen mit Fixierungsmöglichkeiten an den Wänden, ein Toilettenstuhl und ein Schlauch mit kaltem Wasser. In diesen Raum gelangt man durch einen Seitengang, der parallel zur Bar verläuft. 

Nachdem auch die letzte Femdom eingetroffen ist, begeben wir uns auf unsere Plätze. Najade, die ein langes, sehr figurbetontes schwarzes Kleid und ihr langes Haar als elegante Hochsteckfrisur trägt, beginnt mit der Moderation. Zeitgleich führt Asmin in ihrer engelsgleichen Erscheinung den ersten Kandidaten herein und drapiert ihn in der Mitte des Halbkreises. Was er nicht weiß: Er steht in mitten von rund 30 Femdoms, die nur darauf warten, seinen Körper in die Finger zu bekommen. 

Als das Bettlaken entfernt wird, blicken wir in ein junges, etwas überraschtes Gesicht. Nur mit einer Jeans bekleidet, steht er erwartungsvoll vor uns. Dieser Sklave ist gerade einmal 26 Jahre alt und hat noch keine realen BDSM-Erfahrungen.

Nun ist es an der Zeit, dem Kleinen etwas auf den Zahn zu fühlen. Auf die Frage, wann er denn das letzte Mal gewichst habe, antwortet er nur zaghaft. Najade hakt für uns nach und möchte auch noch wissen, woran er dabei gedacht habe. Wie selbstverständlich erzählt er uns davon, wie er auf einer Wiese liegt und ihm eine Frau einen bläst. Keine Spur von BDSM weit und breit. Schnell wird klar, dass wir hier kein brauchbares Partyobjekt vor uns haben. Dieses Subjekt hat sich wohl durchgemogelt und so einen Platz beim Casting ergattert. Nachdem die Befragung beendet ist, bekommt er einen Platz an der Wand zugewiesen und der nächste Sklave wird hereingeführt.

Ein paar Sklaven später wird uns ein weiterer junger Mann vorgestellt. Er trägt etwas längeres Haar, eine lila Unterhose und hat eine etwas feminine Art. Ich kann nicht sagen, was es ist, aber er strahlt etwas aus, das mich dazu bewegen würde, ihn in Frauenkleider zu stecken, die Haare zu machen und mit ihm wie mit einer Puppe zu spielen. 

Ein weiteres Highlight des Abends beschert uns ein Sklave, der sich selbst „Anna-Conda“ nennt. Als er hereingeführt wird, fallen uns sofort seine Beine auf. Diese sind mit einer schwarzen Netzstrumpfhose bekleidet. Dazu trägt er passende High Heels. Als das Laken fällt, zeigt sich seine ganze Gestalt. Vor uns steht eine etwas in die Jahre gekommene, zierliche TV, bekleidet mit einem hübschen schwarzen Kleidchen und Handschuhen. Eine Federboa liegt verspielt um ihren Hals. Um uns von sich zu überzeugen, tanzt sie sehr hingebungsvoll für uns. Ein echter Hingucker, der für einen sehr hohen Spaßfaktor sorgt. Ich fühle mich köstlich unterhalten. 

Als die Vorstellung des letzten Sklave vorüber ist, sind bereits gute zwei Stunden vergangen. Nun stehen alle Spielobjekte zum Austesten bereit. Unsere Testergebnisse können wir in einem Beurteilungsbogen festhalten. Noch etwas zaghaft schnappen sich die ersten Damen einen Probanden und beginnen zu spielen bzw. ihn zu testen. Man hört Schläge von Peitschen, Paddlen und Händen, sieht Männer, die den Damen die Füße massieren oder die Stiefel lecken. Einer wird sogar nach kürzester Zeit von einer zierlichen, maskierten Lady markiert. Sein Körper ist übersät mit ihrem Namen. Das Treiben geht noch eine ganze Weile. 

Wie ich später erfahre, haben sich die beiden Veranstalterinnen bei der Auswahl der vorgeführten Sklavenstücke sehr große Mühe gegeben. Aus über 60 Anschreiben wurden die aussagekräftigsten herausgepickt. Diese Sklavenanwärter bekamen eine weitere Chance, schriftlich zu beweisen, dass sie es ernst meinen. Am Ende blieben 16 Sklaven übrig, die bereit waren, am Casting teilzunehmen und so die Chance erhielten, eine Herrin für sich zu gewinnen. Wider der Erwartungen der beiden Damen erschienen tatsächlich alle bis auf einen Sklaven am vereinbaren Veranstaltungsort. 

Bis auf den ersten haben die beiden eine sehr gute Auswahl an Sklavenmaterial herbeischaffen können. Aber faule Eier erkennt man eben erst, wenn man die Schale aufschlägt. Meiner Meinung nach war für jeden Geschmack etwas dabei. Muskulöse aber auch naturgeformte Körper, mit mehr oder weniger Grifffläche, große und kleine Männer, jede Altersklasse, mit Erfahrung, aber auch Rohdiamanten, die erst geschliffen werden müssen, devot, masochistisch, eine Vorliebe für CBT, Nippelfolter oder Demütigung, Feminisierung, Golden Shower oder einfach nur der Wunsch dienen zu dürfen. Wäre ich an diesem Abend auf der Suche nach einem Partysklaven gewesen, hätte ich hier bestimmt den ein oder anderen mitgenommen.